Rechenmodul A 161 / GW 312 für Vortriebsrohre
Das Rechenmodul A 161 dient zur statischen Berechnung von Vortriebsrohren und basiert auf der 2. Auflage des Arbeitsblatts DWA-A 161 / DVGW-Arbeitsblatt GW 312, Ausgabe März 2014. Dieses Arbeitsblatt ist das erste Regelwerk, in dem sich Regeln für die statische Berechnung von Rohren mit Teilsicherheitsbeiwerten gemäß Eurocode finden (semi-probabilistisches Konzept).
Das Arbeitsblatt DWA-A 161 und das DVGW-Arbeitsblatt GW 312 sind inhaltlich gleich.
Mit unserer Software für Rohrstatik IngSoft EasyPipe bieten wir ein leistungsstarkes Programm zur Bemessung von Vortriebsrohren.
Umfang
Damit können Sie alle Vortriebsverfahren (Schildvortrieb, Spühlbohren, HDD *), Berstlining etc.) des Regelwerks auf gerader und gekrümmter Trasse oder als Kurvenfahrt untersuchen.
*) Horizontal Directional Drilling, HDD: Horizontalspülbohrverfahren → Details siehe unten
Mehrstufige Druckübertragungsringe (DÜR) in der Vorbemessung und der CSV-Import von DÜR-Prüfungen stehen Ihnen zur Verfügung. Vortrieb in Lockergestein und Fels oder Mischböden / Übergangsbereich lässt sich untersuchen. Das Rechenmodul ermittelt die zulässige Vortriebskraft iterativ für den Bauzustand und führt den Interaktionsnachweis.
Nachweise
Alle erforderlichen Nachweise für den Betriebszustand werden, sofern erforderlich, parallel automatisch geführt, so z.B.
- Ermüdungsnachweis: Nachweis gegen nicht vorwiegend ruhende Belastung, dynamischer Nachweis
- Straßenverkehrslast Lastmodell 1, LM1: 2x10^6 Lastwechsel
- Eisenbahnverkehrslast Lastmodell 71, LM71
- Normalfall: 1x10^8 Lastwechsel
- Stahlrohre >1,5m überdeckt: 5x10^6 Lastwechsel
- Verformungsnachweis
- Dehnungsnachweis
- Stabilitätsnachweis, Beulnachweis
Lastunabhängige Randbedingungen wie Mindestbewehrung, Mindestschnittgrößen und Mindestwandstärke können Sie mit IngSoft EasyPipe elegant überprüfen.
Damit wird das Durchpressrohr bzw. Medienrohr für die vorgegebenen Einwirkungen bemessen.
Stand der Normung
Konkret berücksichtig das Programm für Rohrstatik
- DWA-A 161 / DVGW GW 312 Ausgabe 2014
- Korrekturen zum DWA-A 161 / DVGW GW 312 im Mai 2017
- Korrekturen zum DWA-A 161 / DVGW GW 312 im Oktober 2017
- Technische Mitteilung 4-2019 der DB Netz AG (Sonderregelungen für Durchpressrohre aus Stahl bei Bahnquerungen)
- Korrekturen zum DWA-A 161 / DVGW GW 312 im September 2020 (Werkstoffkennwerte, via Arbeitsblatt DWA-A 127-10)
- Korrigierte Fassung März 2021
Unser Rechenmodul A161 erfasst Regelungen, die außerhalb des Arbeitsblatts DWA-A 161 / DVGW GW 312 liegen bzw. dieses ergänzen:
- TM 4-2019-10xxx I.NPF 2 zu Ril 836.4501 und Ril 877.2203-Ermüdung von Stahlrohren im Druckbereich von
Eisenbahnverkehrslasten: TM 4-2019 der DB Netz AG mit Stahlrohren im Kerbfall 71, KF 71 im Ermüdungsnachweis - Technische Richtlinien des DCA (Drilling Contractors Association, Verband Güteschutz Horizontalbohrungen e.V.)
- DIN EN 1992: Eurocode 2 - Bemessung und Konstruktion von Stahlbeton- und Spannbetontragwerken
- Rohrspezifische und werkstoffabhängige Regelwerke wien DIN V 1201 und DIN EN 1916
Horizontalspülbohren (Horizontal Directional Drilling, HDD)
Grundsätzlich unterscheidet das Arbeitsblatt DWA-A 161 in Längsrichtung während des Einbaus
- Gezogene Rohre, beispielsweise im Spülbohrverfahren (HDD), sowie
- Gedrückte Rohre (nahezu alle anderen Verfahren)
Bei HDD entfällt die Betrachtung des Druckübertragungsrings (DÜR) und der Nachweis des axialen Beulens im Bauzustand. Die zulässige Kraft in Längsrichtung ist eine Zugkraft. Das Programm ermittelt die zulässige Kraft deshalb unter Berücksichtigung der zulässigen (axialen) Zugfestigkeit. Bei manchen Werkstoffen ist dieser Wert geringer als die Druckfestigkeit. Beispiele siehe DWA-A 161 Anhang E oder DVGW-GW 321 Tabelle 1f.
Für die Dimensionierung in Längsrichtung während des Einzugs nutzt das Rechenmodul die DCA-Richtlinie (Technische Richtlinien des DCA (Drilling Contractors Association): Informationen und Empfehlungen für Planung, Bau und Dokumentation von HDD-Projekten, 4. Auflage 2015. Verband Güteschutz Horizontalbohren e.V. (DCA), Aachen - DCA Technical Guidelines). Die damit ermittelte, erforderliche und maximale Zugkraft wird mit der kleinsten axialen Krümmung des Rohrstrangs an ungünstigster Stelle überlagert. Nachgewiesen in Längsrichtung wird die kombinierte Spannung aus Längsbiegung und Längszug im Bauzustand.
Im Betriebszustand werden alle nach A161 / GW312 geforderten Nachweise geführt, einschl. Stabilitätsversagen (Beulnachweis) und ggf. vorhandenem Innendruck, bei zeitabhängigen Werkstoffen bezogen auf die Langzeit-Materialeigenschaften.